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Sieben kalorienfreie Dickmacher

Was sorgt außer Schnitzel und Sahnetorte noch für eine Gewichtszunahme? Ernährungswissenschaftlerin Ursula Girreßer deckt sieben Dinge auf


Die Waage, der Feind?

Tante Berta sieht ein bisschen wie eine Mozartkugel aus: Süß, weich und kugelrund. Dabei isst Tante Berta doch eigentlich "nur wie ein Spatz". Sagt sie jedenfalls. Können wir ihr glauben? Hat die Tante diese knuddelige Gemütlichkeitsfigur tatsächlich mit Knäckebrot und gedünstetem Gemüse erschaffen?

Ganz so wird es nicht gewesen sein. Denn Übergewicht entsteht dann, wenn man mehr Energie zu sich nimmt, als man verbraucht. Das heißt also, wahrscheinlich hat Berta doch ein paar mehr Butterkekse gefuttert, als sie beim Gassigehen im Park verbrannt hat. Aber Vorsicht! Es gibt auch kalorienfreie Dickmacher:


  • Mann schlingt Fast Food in sich hinein

    1. Negativer Stress

    Andauernde und belastende Stresssituationen – wie beispielsweise Überforderung im Büro, Liebesfrust oder allgemeine Unzufriedenheit – fördern die Ausschüttung des Stresshormons Kortisol. Dieses Hormon kann ein Hungergefühl hervorrufen. Essen wirkt zudem auf manche Personen beruhigend. Also nehmen sie leicht mehr als nötig zu sich. Da in stressigen Phasen oft Zeitmangel herrscht, wird der Heißhunger gerne mit Fast-Food gestillt. "Innerhalb von Sekunden schlingt der gestresste Mensch sehr viele Kalorien in sich hinein", warnt Ursula Girreßer, Ernährungswissenschaftlerin in Essen.

    Tipp:
    Diesen Dickmacher können Sie am besten bekämpfen, wenn Sie den Stressherd identifizieren und ausschalten. Zudem können Entspannungsmaßnahmen unterstützend wirken. Nehmen Sie sich Zeit für geregelte Mahlzeiten und naschen Sie nicht zu viel zwischendurch.

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  • Schlaflosigkeit

    2. Schlafmangel

    "Menschen, die pro Nacht nur vier Stunden oder weniger schlafen, sind viel häufiger übergewichtig", so Girreßer. Studien haben gezeigt, dass Schlafmangel zu einer Senkung der Konzentration des Hormons Leptin im Blut führt. Leptin signalisiert aber, wenn wir satt sind.

    Tipp: Gehen Sie rechtzeitig zu Bett. Trinken Sie vor dem Schlafengehen keinen Alkohol oder koffeinhaltige Getränke, und rauchen Sie nicht. Essen Sie auch nicht zu schwer. "Wer abends eher eiweißhaltige Kost und Gemüse verspeist, und weniger Fett und Kohlenhydrate, beeinflusst die Fettverbrennung positiv", erklärt Girreßer. Eine ruhige Schlafumgebung fördert die ausgeglichene Nachtruhe.

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  • Frau fühlt sich unwohl im Bauch

    3. Wassereinlagerungen

    Nicht immer muss es sich um Fett handeln, wenn das Gewicht steigt. Manchmal ist es auch Wasser, das sich im Körper sammelt und zu einer Gewichtszunahme führt. In den Tagen vor der Menstruation kann es beispielsweise passieren, dass der weibliche Körper zusätzliches Wasser einlagert.

    Aber auch Erkrankungen, wie zum Beispiel der Niere führen manchmal zu Wassereinlagerungen (Ödemen) zum Beispiel im Gesicht, Leberkrankheiten lassen manchmal den Bauchraum aufquellen. Auch Unterernährung, Eiweißmangel oder Extremdiäten können Wassereinlagerungen zur Folge haben.

    Tipp: Wenn Sie sich eine Gewichtszunahme nicht erklären können oder das Gefühl haben, es könnte sich um Wassereinlagerungen handeln, sollten Sie Ihren Arzt um Rat fragen.

    Eiweißmangel kann man vorbeugen. Es gibt folgende Daumenregel: Ein gesunder Erwachsener braucht pro Kilogramm Körpergewicht etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Tag. Das bedeutet ein 80 Kilogramm schwerer Mann benötigt am Tag ungefähr 64 Gramm Eiweiß.

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  • Dicke Frau isst Fast Food

    4. Fehlendes Sättigungsgefühl

    "Das Sättigungsgefühl ist oft tagesformabhängig", so Girreßer. Manchmal braucht man einfach mehr Essen, als an anderen Tagen. Das gesunde Empfinden ob man noch hungrig ist, kann aber auch verloren gehen. Zum Beispiel durch dauernde Diäten. Irgendwann verlernt man die Signale des eigenen Körpers richtig zu deuten. Wer nie richtig satt ist, verzehrt natürlich mehr, als er eigentlich bräuchte. Die Folge ist Übergewicht.

    Weißbrot, Toast und Zucker sättigen nicht lange. Ballaststoffhaltige Lebensmittel wie Gemüse und Vollkornbrot verursachen ein viel länger anhaltendes Sättigungsgefühl.

    Tipp: Essen Sie drei richtige Mahlzeiten am Tag. Wer ständig kleine Portionen snackt, wird nie richtig satt und nimmt trotzdem oft mehr Kalorien auf. Achten Sie darauf, sich ballaststoffreich zu ernähren.

     

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  • Füllige Seniorin

    5. Alt werden: Jedes Jahr ein Kilo mehr

    Mit steigendem Alter nimmt der Energiebedarf ab. Erstens verändert sich die Körperzusammensetzung: die Muskelmasse und der Wasseranteil nehmen ab, die Fettmasse hingegen nimmt zu. Zweitens bewegen sich die meisten Menschen im Alter deutlich weniger als in jungen Jahren. Die Aktivität lässt nach.

    Eine gewisse Gewichtszunahme im Alter ist jedoch normal, für Senioren gibt es daher auch etwas andere Vorgaben. So liegt der ideale Body-Mass-Index (BMI) nach Angaben der World-Health-Organization WHO im Alter von 25 bis 36 bei 20 bis 25, bei Personen die älter als 64 Jahre sind bei 24 bis 29.

    Tipp: Achten Sie auch im Alter auf ausreichende Bewegung. Es muss gar nicht unbedingt Sport sein, ein schöner Spaziergag tut auch gut. Außerdem sorgt das dafür, dass sich die Muskeln nicht abbauen und Sie zusätzlich Energie verbrennen.

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  • Schilddrüsenunterfunktion

    6. Schilddrüsen-Unterfunktion

    Die Schilddrüse ist für den Stoffwechsel verantwortlich. Produziert sie zu wenig Hormone, dann verlangsamt sich der Stoffwechsel, der Energieverbrauch sinkt und es kann zur Gewichtszunahme kommen. Eine Schilddrüsen-Unterfunktion muss ein Arzt behandeln. Medikamente können den Mangel an Hormonen gegebenenfalls wieder ausgleichen.

    Tipp: Nehmen Sie bei gleichbleibender Ernährung und unveränderten Lebensgewohnheiten stetig zu, wenden Sie sich auf jeden Fall an einen Arzt. Er kann feststellen, ob eine Krankheit dahinter steckt.

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  • Frau macht Sport

    7. Positive Gewichtszunahme durch Sport

    Wer Sport treibt, baut Muskeln auf. Diese wiegen mehr als Fettgewebe. Daher kann es durch Training tatsächlich zu einer Gewichtszunahme kommen. Aber diese ist durchweg positiv! "Ein muskulöser Körper sieht toll und straff aus", sagt Girreßer. Das Plus auf der Waage hat keinerlei Nachteile. Außerdem sind Muskeln aktiv, sie verbrennen auch im Ruhezustand Kalorien.

    Tipp: Wenn Sie gezielt Muskeln aufbauen wollen oder Sporteinsteiger sind, lassen Sie sich am besten vor Beginn des Trainings von Ihrem Arzt durchchecken und von einem Fitness-Profi beraten. So vermeiden Sie Fehler beim Trainieren.

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Unsere Expertin:

Ursula Girreßer ist Diplom-Ökotrophologin in Essen



Sophie Kelm / www.apotheken-umschau.de; 11.07.2011, aktualisiert am 31.01.2012
Bildnachweis: iStock/Britta K. , iStock/Claudia D. , Imagesource/RYF, Thinkstock/iStockphoto, Shotshop/danstar, W&B/Privat, iStock/esolla

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